8.Tag, 06. 07., Kilometer 2.712

Am Morgen weckte uns das röhrende Motorengeräusch eines getunten VW-Käfers. Wir öffneten unser Zelt und während wir noch im Halbschlaf waren, erzählte uns ein Finne seine Lebensgeschichte. So war er u. a. in den sechziger Jahren als Übersetzer eines finnischen Rallyeteams in der DDR tätig, und er erinnerte sich mit großer Begeisterung an die vielen F8 und F9 in Thüringen. Dann versuchte er zusammen mit Gernot, den Hafenmeister von der Notwendigkeit einer Duschmöglichkeit für uns zu überzeugen, was leider fehlschlug. Ein weiterer freundlicher Finne hatte mir in der Zwischenzeit erzählt, dass wir im Strandbad kostenlos duschen könnten. So machten wir uns auf den Weg (keine 400m), jedoch die Duschen waren noch verschlossen. Ein Bad in der 19° warmen Ostsee war die Alternative, gekrönt dann von der inzwischen geöffneten warmen Dusche.

Das Frühstück nahmen wir auf dem Marktplatz ein. Ein örtlicher Bäcker hatte dort seinen Stand und verkaufte aus einem Bastei-Verkaufsanhänger (VEB Karos-seriewerk Dresden), leckere Backwaren und Kaffee. Anschließend machten wir uns auf den Weg nach Helsinki, wo wir ein Parkhaus aufsuchten. In der Einfahrt war ein Gemälde einer Straßenszene auf den Beton gebracht worden, das ein-deutig einen IFA F9 wiedergab (und dann auch noch in der Farbkombination meines eigenen Fahrzeugs...).

Bei herrlichem Sonnenschein starteten wir zu einem dreistün-digen Stadtbummel durch Helsinki, genossen köstlichen Lachs und besuchten im Akkord die Sehenswürdigkeiten der näheren Innenstadt. Nach dem Entrichten der Parkgebühren von € 13,75 (in Russland kann man damit volltanken) fuhren wir noch schnell den Trabi vor die Kathedrale (Suurkikko), um ein Foto zu machen. Wir waren noch nicht ausgestiegen, da hatten vier Polen unseren Trabi als Motiv entdeckt und postierten sich davor. Anschließend waren sie aber so freundlich und machten dann noch ein Bild für uns mit uns.
Dann ging es zu Fähre, die wir um 17:00 Uhr enterten. Dort ließen wir es uns gutgehen und aßen unsere mitgebrachten Speisen mit Blick auf die offene Ostsee.