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South Island Guesthouse - Vik
Heute hatten wir nur eine kurze Strecke vor uns, wenn auch mit drei sehr schönen Anlaufpunkten. So fuhren wir morgens zum nicht weit entfernten Skógafoss. Die ersten Besuchergruppen waren schon dort, aber es ließen sich noch Bilder ohne große Menschenmassen machen. Dann haben wir uns an den Aufstieg gemacht, denn am Wasserfall gibt es eine Treppe hoch auf die 60 Meter höhere Fallebene. Der Blick in Richtung Meer war sehr schön und so wanderten wir den Weg in die Berge weiter zu weiteren Wasserfällen.
Zurück unten am Wasserfall beobachteten wir die Touristen, die für das schönste Selfi unbedingt über einige Steine auf eine Steinsandbank vor den Wasserfall balancieren mussten. Dabei stellten sich die Menschen sehr unterschiedlich an, um diese Distanz zu überbrücken. Die pragmatischsten zogen ihre Schuhe aus und gingen barfuß. Viele versuchten es mit Turnschuhen und scheiterten schließlich mit einem Fehltritt im Wasser.
An unserem nächsten Ziel, dem Gletscher Sólheimajökull, kamen wir im Regen an. Dennoch marschierten wir los und an der Gletscherzunge angekommen, hörte es dann tatsächlich auf zu regnen und so ließen wir uns Zeit für den Blick auf den majestätisch, mit Asche aus dem Ausbruch des Eyjafjallajökull überzogenem Gletscher.
Der südlichste Punkt Islands ist der Leuchtturm von Dyehólaey. Der steile Serpentinenanstieg zum Parkplatz, forderte den Trabi sehr heraus. Oben angekommen hatten wir einen wunder-baren Blick auf den schwarzen Strand, das Felsentor sowie die vorgelagerten Inseln.
Doch die Hauptattraktion für uns waren die Papageientaucher. Unzählige Vögel flogen immer wieder den Felsen an, landeten, putzen sich und dann ging es wieder raus aufs Meer. Die putzigen Tiere kamen bis auf wenige Meter an uns heran.
In Vik haben wir dann eingekauft und getankt. Für unsere Übernachtung gab es zwei Möglich-keiten. Zum einen den großen Campingplatz in Vik, alternativ den kleinen Campingplatz Þakgil in den Bergen. Dieser war ein wenig schwieriger zu erreichen, da er nur über eine Schotterstraße anzufahren war. Wegen des starken Windes (6 Windstärken von West) wollen wir es dennoch wagen. Die Straße war teilweise sehr steil (ca. 15%) und der Trabi hat im ersten Gang keine Traktion mehr an den Steigungen bekommen. Wir mussten abbrechen und sind nach Vik gefahren.
Vik – Skaftafell Nationalpark
Nach der unruhigen Nacht wurden wir mit Sonne empfangen. Wir frühstückten wegen des Windes in dem Gemeinschaftsraum, kauften dann noch etwas Obst und Möhren und gingen dann auf die Piste. Erste Station war die „Joda-Höhle“, die in einem dem Gebirge vorgelagerten Felsbrocken (Hjörleifshöfði) zu finden ist.
Die weitere Fahrt nutze Monika dann ein wenig zum Dösen. Dabei fuhren wir durch eine Lavalandschaft (Eldhraun), die mit einer 40 bis 60cm Moosschicht bedeckt war. Wie ein Teppich lag dieser weich auf den spitzen Lavaformationen, hier und da an einer Kante unterbrochen mit dem Blick auf das Gestein. An einem Aussichtspunkt sahen wir uns das Ganze dann in Ruhe an.
Unser eigentliches erstes Tagesziel war der Fjarðrágljúfur Canyon. Auch wenn die Felsen schon von der am Fuß des Canyons liegenden Brücke faszinierend waren, nahmen wir den Weg hinauf. Es hat sich gelohnt, denn am oberen Ende des Canyons befinden sich zwei Wasserfälle (Mörgafoss) und der Blick in die Felsenformationen änderte sich mit jedem Blickwinkel.
Der Trabi lief sehr gut, denn dieses Mal half uns der Wind und blies von hinten. Quasi am Wegesrand lag der Fagrifoss (auch
Foss á Siðu genannt) und direkt gegenüber das schönen Café Dverghamrar. Dieses war mir auch aus einigen Reiseberichten bekannt und so kehrten wir ein. Wir bestellten zwei Stück Kuchen, einen
Filterkaffee und eine Pepsi, und die Kreditkarte wurde mit 36 Euro belastet. Lage und Ambiente zahlt man eben mit, in Island besonders.
Dafür konnte ich den gegenüberliegenden Parkplatz kostenlos benutzen und den Trabi mal richtig in Pose stellen. Der Wasserfall war wirklich beeindruckend.
Skaftafell Nationalpark - Borgarhöfn
Wir hatten wieder Sonne, und so konnten wir in Ruhe frühstücken. Dann wanderten wir zum Gletscher Skaftafellsjökull. Zu unsere große Freude waren wir dort ganz allein und konnten so in Ruhe diesen für uns neuen und faszinierenden Anblick genießen. Leichtes Knacken von den schmelzenden Eisbergen und Eisstücken war zu hören und sonst nur Stille. In dieser fast wie eine Mondlandschaft wirkenden Endmoräne des Gletschers mit seinem schwarzen Kies und den rundgeschliffenen Steinen, genossen wir die Sonne und wanderten ein Stück am Seeufer entlang.
Zurück am Campingplatz ging es in die Berge zum Svartifoss, dem schwarzen Wasserfall. Er ist eingerahmt von Basaltsäulen, die schwarz dem Wasserfall seinen Namen gaben. Die sechseckigen Säulen stehen dort wie Orgelpfeifen und sind abgekühlte Lava, die durch den Abkühlprozess ihre sechseckige regelmäßige Form annimmt. Der Weg dorthin war durchaus herausfordernd, denn es geht relativ weit hoch auf rund 220 Meter. So waren wir erst nach 2 Stunden wieder zurück auf dem Campingplatz und haben uns noch etwas zum Mittagessen gekocht.
Dann ging es auf die Straße, denn wir hatten für heute noch zwei weitere Gletscher, die wir besuchen wollten. Alle Gletscher entspringen dem Bergmassiv Vatnajökull (bis zu 1760 Meter hoch) und die nächste Gletscherzunge war die des Fjallsjökull. Auch hier war das Gletscherwasser milchig trüb vom Gesteinsstaub, der durch den Abrieb entsteht.
Weiter ging es dann zum größten Gletschersee. Der Jökulsárlón (heißt übersetzt einfach „Gletschersee“) übergibt seine eisige Ware nur durch einen kurzen Fluss direkt ins Meer. Der See unterscheidet sich deutlich von den beiden vorherigen, denn das Wasser ist klar und schimmert ein wenig türkis. So beobachteten wir die Eisschollen und Eisberge, die sich gemächlich in Richtung Meer bewegten. Dabei knackte und krachte es immer wieder, Brocken lösten sich oder die Eisberge drehten sich plötzlich von unten nach oben. Und auch eine Robbe konnten wir beobachten, die regelmäßig im eiskalten Wasser zum Luftholen an die Oberfläche kam.
Genug der vielen Sehenswürdigkeiten fuhren wir in unser nur rund 30km entferntes Hostel Vagnsstaðir (Borgarhövn) und kamen hier um 17:00 Uhr an. Auf dem Weg standen zwei Männer mitten auf der Wiese, und als sie uns sahen, winkten sie uns begeistert zu. Wir vermuten es waren isländische Landwirte, denn ansonsten war in der Gegend keine touristische Gegebenheit. Mit kurzem Hupen quittierten wir ihre Freude.
Das Hostel war noch komplett leer, so dass wir die Chance zum Duschen und Kochen nutzen. Gegen 20:00 Uhr füllte sich das Hostel auf einen Schlag komplett mit vielen Menschen. Die aktiven und lauten Gespräche der italienischen Reisegruppe zogen sich in dem hellhörigen Haus bis 23:30 hin. Dann zogen sie in eines der Cottages und kamen ebenso lautstark um 1:30 zurück.
Borgarhöfn – Djúpivogur
Nachdem die schnatternde Horde aus Italien abgereist war, „störte“ die Ruhe nur noch das Vogelgezwitscher. Vor der Abfahrt tauschten wir uns noch mit einem belgischen Paar über schöne Ziele und Erfahrungen auf Island aus, bevor wir losfuhren.
Unser Ziel war der Ort Hövn, um dort einzukaufen. Dort angekommen parkten wir den Trabi und wurden gleich angesprochen. Zum Schluss standen wir mit einem Dänen, dessen Vater ein Trabant hatte, einem nach Norwegen ausgewanderten Deutschen, der früher Trabis repariert hatte und mehreren Isländern, die ebenfalls schöne Erinnerungen an den Trabi hatten, zusammen, und schauten in den Motorraum. Wer mit dem Trabi reist braucht Zeit, nicht nur auf der Straße, sondern auch auf dem Parkplatz.
Für unser Mittagessen waren wir an die Bucht Hornafjörður gefahren, von der wir einen Blick auf vier Gletscher hatten. Es gab die Nudeln vom Vortag mit Ei und gut gewürzten Hähnchenfleisch. Als wir dort so schmausten, kam eine alte Dame in ihrem Auto und hielt neben uns. Sie hatte früher auch Trabant und hat sich einfach darüber gefreut, wieder einen zu sehen.
Nach einem Eis in Hövn sind wir der Ringroad weiter folgend zu einem kleinen Abstecher nach Stokksnes gefahren. Auf der vorgelagerten Felsenspitze war früher eine strategisch wichtige Radarstationen der US Armee. Aber deshalb waren wir nicht hier. Die Natur bietet hier ebenfalls eine kleine Besonderheit, denn es gibt hier schwarze Sanddünen. Eine ungewohnte Ansicht mit dem dazwischen wachsenden Strandgras.
Weiter ging es durch den 1300 Meter langen Almannaskarðsgöng Tunnel mit einem kurzen Stopp am „roten Stuhl“ nach Djúpivogur. Dort angekommen besorgten wir uns je 300 Kronen (ca. 2 Euro) für die Duschen. Es war das erste und einzige Mal, dass wir isländische Kronen in der Hand hielten, denn es wird in Island wirklich alles bargeldlos oder per App bezahlt.
Auf dem Campingplatz trafen wir Stefan und Sigurbjörg, die mit ihrem Wohn-wagengespann unsere Nachbarn gaben. Irgendwie ergab ein Wort das andere und wir landeten schnell beim Bier. Der Abend endete dann gemeinsam mit den beiden im nahen Hotel Fremtið bei weiteren Getränken.
Djúpivogur – Egilsstaðir
Wir frühstückten in der Sonne und machten uns dann startklar für eine längere Etappe. Zunächst wollen wir aber noch einen Hotpot in der Nähe aufsuchen, allerdings gab es dort nur noch die warme Quelle. Alles andere hatte man abgebaut.
So fuhren wir entlang der Ostfjorde zunächst nach Egilsstaðir. Dabei nahmen wir die Strecke mit dem rund 6km langen Tunnel,
denn die zwar schönere Strecke führte als Schotterpiste (ca. 17km) in Serpentinen über den Berg. Die Fjorde sind sehr schön und die schroffen bis zu 1000 Meter hohen Berge sind wenig bewachsen. Umso
erstaunlicher die plötzlich unter der Leitplanke liegenden Schafe, die sich von dem Verkehr wenig beeindruckt zeigten.
Wir kamen durch Stöðvarfjörður, wo ein kleiner Parkplatz mit Wohnmobilen uns auf eine Steinsammlung hinwies. Zwar hatten wir kein Interesse für diese Stein-sammlung, aber wir wollten gern ein Eis. Die Imbissbude hatte aber keines und riet uns, eben kurz nach Reyðarfjörður zu fahren. Kaum 42 km später fanden wir dort dann als erstes eine Bäckerei, und so entscheiden wir uns um.
Unser Ziel, den Hengifoss, sahen wir schon vom Weitem, denn er lag recht hoch oben in einem Berghang. So parkten wir den Trabi und stiegen die rund 350 Höhenmeter zum Wasserfall. Ein anstrengender Weg, der sich aber absolut gelohnt hat. Denn nicht nur der Hengifoss, der durch seine roten Streifen im Fels eine besondere Kulisse schafft, auch der etwas weiter unten liegende Litlanesfoss mit seinen Basaltsäulen wurde von einem isländischen Dichter und Naturforscher Jónas Hallgrimsson 1842 als „Steinernes Schloss“ bezeichnet.
Dann ging es zurück nach Egilsstaðir auf den Campingplatz und hier gab es auch das lang ersehnte Eis, dass wir uns nach dem Aufstieg verdient hatten. Außerdem trafen wir hier Stefan und Sigur vom Vortag wieder. Sofort waren wir wieder im Gespräch und nachdem sie mit ihrem Nachbarcamper (Isländer) gesprochen hatten, parkten wir unseren Trabi etwas windgeschützt zwischen den beiden Wohnwagen. Sie luden uns dann zu sich in den Wohnwagen zum Essen ein und wir hatten einen wundervollen Abend mit tollen Gesprächen und leckerem Essen.
Egilsstaðir – Seyðisfjörður
Um 7:00 Uhr sind wir vom Campingplatz losgefahren, denn wir wollten die lange Steigung zum Pass über den Fjarðarheiði Pass, der gut 600 Meter hoch ist, meistern, ohne dass wir eine lange Autoschlange hinter uns herzogen. Der Trabi hat die rund 8 km Steigung im 2. Gang dann aber anstandslos absolviert, so dass wir um 7:40 Uhr in Seyðisfjörður eintrafen und ohne Probleme eingecheckt haben. Pünktlich um 12:30 Uhr lief die Norörra mit uns aus. Wir sind auf Island in Summe 2457 km gefahren.
Eine schöne Begebenheit:
Durch Zufall sah ich einen direkt neben dem Fährschiff schwimmenden Wal, der mehrfach auftauchte.
Hirtshals - Flensburg
Die Überfahrt war sehr ruhig. Die See war glatt und erst im Skagerrak kamen ein paar Wellen. So trafen wir pünktlich in Hirtshals ein, mussten jedoch noch ein wenig warten, bis wir von Bord durften.
Dann ging es auf Kurs Süd. Eine Einreisekontrolle gab es nicht, obwohl wir ja von außerhalb der EU in den Schengenraum einreisten. Nach dem Tanken ging es wieder über die Abkürzung über Viborg, denn diese Strecke ist rund 10km kürzer als die Autobahn. In Rødekro hatten wir uns bei Martin und Jytte mit Nico und Bärbel verabredet. Martin betreibt eine Werkstatt für Ostfahrzeuge in den Gebäuden des ehemaligen Generalimporteur für Trabant und Wartburg Sydjysk Autoimport. Dort gab es in der Werkstatt eine Ringridderpølser mehr oder weniger auf die Hand und wir tankten Kraft für den zweiten Teil unsere lange Etappe. Nach zwei Stunden ging es weiter.
In Flensburg wurde dann wieder getankt, 3kg dänischer Haribomix eingekauft und dann hieß es fahren, fahren und noch mal fahren. So brachte uns der Trabi ohne Staus oder sonstige Mucken sicher nach Haus, das wir um 0:24 erreichten.
Zusammenfassung
Mit einem alten, völlig untermotorisierten und extrem unbequemen Auto eine Urlaubsreise zu
machen, ist immer eine Herausforderung. Selbst wenn man das Auto technisch gut kennt und im Vorwege alles versucht, Überraschungen zu vermeiden, kann mal was kaputt gehen. Doch dreimal aufs Holz
geklopft; wir haben bis auf meinen Montagefehler an der Bremse nur einmal die Kerzen und das Schwimmernadelventil getauscht. Ansonsten hat der Trabi die Strapazen gut gemeistert.
Island war für meine Frau Monika und mich ein großes Erlebnis. Wir haben die längste Fährverbindung der Welt genommen, sind lange Strecken auf Schotterpisten gefahren und haben in der Natur Dinge
sehen können, die es wahrscheinlich in solcher Fülle nur auf Island so gibt. Und wir haben die unterschiedlichsten Menschen kennengelernt. Vielen haben wir allein durch den Anblick unseres Autos eine
Freude gemacht und so ist der Trabi eben nicht nur ein Auto, sondern auch ein Türöffner zu anderen Menschen. Seid gespannt, wo wir die nächsten Türen öffnen…